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Einführung von Index Cloud: Bringen Sie Ihre eigene Intelligenz in die Exchange

Wir kündigen eine neue Infrastruktur-Schicht von Index Exchange an, die ab sofort unseren Partnern zur Verfügung steht. Index Cloud ist unsere neutrale Compute-Umgebung, die innerhalb unserer globalen Rechenzentren betrieben wird. Partner können dort ihre eigenen Modelle, Daten und Anwendungen direkt in die Exchange deployen und innerhalb unserer Real-Time-Transaktionsumgebung ausführen.

Partner bringen die Intelligenz. Index stellt die Umgebung. Partner kontrollieren, was darin läuft.

Da Index Cloud eine Cloud ist, die wir selbst besitzen und betreiben – und keine Public Cloud –, sind die Signale am Transaktionspunkt reichhaltiger, die Latenz ist geringer, und zusätzliche Aufwände sowie Kosten, die außerhalb der Auktion entstehen, entfallen.

Warum Intelligenz näher an die Transaktion rücken muss

Programmatic hat seine leistungsstärksten Entscheidungsmechanismen traditionell weit entfernt von dem Ort betrieben, an dem Impressionen entstehen. Ein Nutzer lädt eine Seite, eine Werbechance entsteht, und ein Bid request wird über das Internet – meist in eine Public-Cloud-Infrastruktur – gesendet, wo eine Entscheidung getroffen und zurückgeschickt wird.

Jeder Schritt auf diesem Weg erhöht die Latenz, reduziert die Signalqualität und verursacht Kosten.

DSPs steuern diese Kosten, indem sie eingehenden Traffic drosseln und nur einen Teil der verfügbaren Impressionen bewerten. Datenanbieter senden Anreicherungssignale downstream und hoffen, dass genügend Kontext die Reise übersteht. Agenturen wenden Modelle nachgelagert an und arbeiten mit dem, was übrig bleibt – nicht mit dem, was ursprünglich vorhanden war.

Index Cloud basiert auf einem anderen Ansatz: Die reichhaltigsten Signale existieren am Punkt der Transaktion – und genau dort sollte Intelligenz ausgeführt werden.

So funktioniert Index Cloud

Partner deployen ihre Logik innerhalb von Index Cloud mithilfe von Containern – leichtgewichtigen, virtualisierten Umgebungen, die Code isoliert direkt in der Auktion ausführen.

Sobald eine Werbechance verfügbar ist, erhält der Container eines Partners Impression-Level-Signale, wendet die eigene Logik an und liefert eine Entscheidung zurück – alles, bevor der Bid request erstellt und an DSPs gesendet wird. Das gesamte Ausführungsfenster liegt unter fünf Millisekunden.

Jeder Container läuft strikt isoliert. Code und Container-Image werden vom Partner kryptografisch signiert und von Index verifiziert, während der Zugriff streng geregelt ist. DSPs erhalten Entscheidungen, nicht die dahinterliegende Intelligenz. Was innerhalb eines Containers läuft, wird vollständig vom Partner kontrolliert.

Index Cloud basiert nicht auf GCP, AWS oder Azure. Wir betreiben unsere eigene Cloud, speziell für skalierbares Programmatic entwickelt. Neben der Exchange zu laufen ist nicht dasselbe wie in ihr – und dieser Unterschied zeigt sich in Latenz, Signalqualität und Kosten.

Index gehört zudem zu den Pionieren des vom IAB Tech Lab eingeführten Agentic Real-Time Framework (ARTF). Gemeinsam mit Partnern haben wir diesen Standard mitentwickelt, und unsere Live-Container-Deployments haben direkt zu seinem Design beigetragen. ARTF schafft eine standardisierte, sichere und interoperable Möglichkeit, Container in Exchange-Infrastrukturen zu integrieren – und Index Cloud ist darauf abgestimmt.

Die erste containerisierte DSP innerhalb einer Exchange

Nach der Einführung von Containerisierung für benutzerdefinierte Modelle und Datenanbieter in den letzten Jahren kommt nun ein neuer Use Case hinzu: DSP-Bieter. Bedrock Platform ist die erste DSP, die eine Instanz ihres Bidders direkt in Index Cloud betreibt.

Anstatt Bid requests in einer Public Cloud zu empfangen und unter Zeitdruck zu reagieren, läuft der Bidder von Bedrock innerhalb der Infrastruktur von Index. Dadurch kann er an einem deutlich größeren Anteil des verfügbaren Inventars teilnehmen. Historische Einschränkungen wie QPS-Limits, Latenzwettläufe und Traffic-Shaping verlieren an Bedeutung, wenn der Bidder innerhalb der Exchange läuft.

Für Bedrock verändert das die Skalierungsökonomie grundlegend. Infrastrukturkosten und Marktzugang waren bisher eng gekoppelt: Wer mehr Supply sehen wollte, musste mehr Rechenleistung einkaufen. Index Cloud entkoppelt diese Beziehung und ermöglicht Wettbewerb über Entscheidungsqualität statt Infrastruktur-Budget.

Bedrock behält dabei die volle Kontrolle über seine Bidding- und Decisioning-Logik. Index stellt die Umgebung, Bedrock steuert, was darin läuft.

„Skalierung sollte nicht nur den größten DSPs vorbehalten sein. Indem wir unseren Bidder näher an die Impression bringen, können wir an einem größeren Anteil verfügbarer Opportunities teilnehmen, ohne durch QPS-Limits eingeschränkt zu sein – und über Decisioning und Performance konkurrieren, statt über Infrastruktur.“

Shane Shevlin, Co-Founder und CEO
Bedrock Platform

Was Partner auf Index Cloud entwickeln

Index Cloud ist bereits live und unterstützt eine wachsende Zahl von Partnern und Anwendungen, darunter Bedrock Platform, Chalice AI, inPowered AI, und Nano Interactive. Das entwickeln sie aktuell:

  • AI-gestütztes Decisioning und Optimierung: Partner können individuelle Bewertungs- und Optimierungsmodelle in Index Cloud deployen und ihre eigene Bid-Logik in Echtzeit anwenden. Jede Impression wird anhand partnerdefinierter Kriterien direkt am Transaktionspunkt bewertet – dort, wo die Signale für diese Modelle am vollständigsten sind.
  • Hosted DSP: DSPs können eine Instanz ihrer Bidder direkt in Index Cloud betreiben und zentrale Decisioning-Engines innerhalb der Exchange ausführen – statt auf Public-Cloud-Infrastruktur. So können DSPs an einem größeren Anteil des verfügbaren Inventars teilnehmen, da QPS-Beschränkungen und Infrastruktur-Overhead entfallen, ohne die Funktionsweise der Auktion oder die Teilnahmeberechtigung anderer DSPs zu verändern.
  • Audience- und Signal-Enrichment: Partner können eigene Audiences, First-Party-Daten und Modelle direkt auf Impression-Level-Signale anwenden, bevor Bid requests gesendet werden. Anreicherungen, die zuvor einen Outbound-Call und einen Roundtrip erforderten, erfolgen nun lokal – ohne externe Abhängigkeiten und ohne Signalverlust während der Übertragung.
  • Deal-Aktivierung: Partner können ihre eigene Scoring- und Decisioning-Logik nutzen, um Supply Paths zu steuern und Deals direkt am Transaktionspunkt zu aktivieren – basierend auf Kriterien wie erwarteter Performance.
  • Kontext- und Content-Klassifizierung: Partner können eigene Modelle auf Live-Content- und Platzierungssignale für Streaming TV, Web- und App-Inventar anwenden. So entsteht Echtzeit-Content-Intelligenz für jede Impression, anstatt sich auf Klassifizierungen vor Auktionsbeginn zu verlassen.
  • Impression-Bewertung: Partner können jede Opportunity in Echtzeit mit eigener Preis- und Response-Logik bewerten. Individuelle Bewertungsmodelle werden dabei aus der Public Cloud direkt in die Auktion verlagert – dorthin, wo die zugrunde liegenden Signale am vollständigsten sind.

Ein wettbewerbsfähigeres Open Internet

Der Vorteil von Walled Gardens basiert auf Infrastruktur: Daten, Compute und Decisioning sind an einem Ort vereint und optimieren gemeinsam. Das Open Internet punktet mit Transparenz, Flexibilität und Vielfalt, akzeptierte jedoch bislang strukturelle Performance-Nachteile.

Index Cloud verändert diese Dynamik. Wenn Buy-Side-Modelle, Agentur-AI, Datenanbieter und spezialisierte Technologieunternehmen direkt in der Exchange am Transaktionspunkt operieren können, erhält das Open Internet dieselben grundlegenden Fähigkeiten wie Walled Gardens – ohne Autonomie, Transparenz oder Kontrolle aufzugeben.

Index Exchange stellt die Umgebung. Partner liefern den Mehrwert. Das Open Internet behält seine Stärken. Und jede Impression wird von Anfang an intelligenter.

„Wir stehen am Beginn eines strukturellen Wandels im Programmatic. Wenn Intelligenz näher an die Impression rückt, fallen viele der bisherigen Skalierungsgrenzen weg. Es entsteht ein effizienteres, leistungsfähigeres und stärkeres Open Internet.“

Andrew Casale, President und CEO
Index Exchange

Index Cloud befindet sich aktuell in einer Closed Beta mit ausgewählten Partnern.

Wenn Sie daran interessiert sind, Ihre Modelle, Daten oder Anwendungen innerhalb der Infrastruktur von Index zu deployen, freuen wir uns auf den Austausch.

Verfolgen Sie unsere Fortschritte und erfahren Sie mehr.

Robert Lawrence

Robert Lawrence

Senior Director, Product Marketing, Marketplaces and Cloud

Robert Lawrence ist Senior Director Product Marketing für die Bereiche Marketplaces und Cloud bei Index Exchange. Er verantwortet, wie Media Owner, Buyer und Partner den Mehrwert der Produkte verstehen und nutzen. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Ad Tech-Umfeld – von Mediaagenturen bis hin zu Rollen auf DSP- und Supply-Seite. In seiner Freizeit verfolgt er Basketball der VCU oder erkundet Jersey City mit seinen zwei Kindern und seinem Hund.

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